Washington State ist die Heimat von 29 bundesstaatlich anerkannten indigenen Stämmen und weiteren, die ihre Sprachen, Geschichten und Traditionen bis heute pflegen. Entlang der Salish Sea und auf der Olympic Peninsula warten Museen, historische Stätten und kulturelle Zentren von Küstenvölkern, die zeigen, wie eng ihre Traditionen mit dem Leben am Wasser verbunden sind.

Auf den Spuren der Küstenstämme

Entlang der malerischen Küstenlandschaften der Salish Sea und der Olympic Peninsula bieten verschiedene Orte Einblicke in die Geschichte und die kulturellen Traditionen der indigenen Küstenvölker Washingtons. Zu den möglichen Stationen zählen Suquamish auf der Kitsap Peninsula, Blyn, Neah Bay und die Region Shelton. Sie erzählen vom kulturellen Erbe der Suquamish, Jamestown S’Klallam, Makah und Squaxin Island. Beim Besuch indigener Stätten ist ein respektvoller Umgang mit den Orten, den Menschen und ihren Traditionen wichtig. Tipps dazu sind hier zusammengestellt.

1. Suquamish: Die Menschen des klaren Salzwassers

Der Name Suquamish bedeutet „People of the Clear Salt Water“ und verweist auf die enge Verbindung des Stammes zur Salish Sea. Fischerei, das Kanu und das Erzählen überlieferter Geschichten prägen ihre Kultur. Auch die Sprache Lushootseed spielt eine bedeutende Rolle bei der Bewahrung des kulturellen Erbes.

Das Suquamish Museum widmet sich der Geschichte und lebendigen Kultur des Stammes. Historische Fundstücke, Kunstwerke und Ausstellungen vermitteln Wissen über das Leben der Suquamish und ihre Traditionen. Das Museum setzt sich zudem dafür ein, die Sprache und das kulturelle Wissen für kommende Generationen zu bewahren. Für seine besondere Darstellung des kulturellen Erbes der Suquamish wurde es kürzlich mit dem Excellence in Indigenous Tourism Award ausgezeichnet.

Wenige Straßen entfernt liegt die Grabstätte von Chief Seattle, einem Suquamish- und Duwamish-Häuptling, der für seine Rede über indigene Rechte und Umweltschutz im Zuge der fortschreitenden europäisch-amerikanischen Besiedlung bekannt ist.

2. Blyn: Die starken Menschen

Der Jamestown S’Klallam Tribe hat seinen Hauptsitz in Blyn nahe Sequim auf der Olympic Peninsula und ist einer von drei S’Klallam-Stämmen. Der Name „S’Klallam“ bedeutet „The Strong People“. Die Geschichte des Volkes reicht mehr als 10.000 Jahre zurück. Traditionell lebten die S’Klallam vom Fischfang und vom Sammeln natürlicher Ressourcen. Sie fertigten unter anderem Körbe, Holzschnitzereien, zeremonielle Masken und Gebrauchsgegenstände aus Zedernholz.

In Blyn erinnern mehr als 35 handgeschnitzte Totempfähle an die Kunsttraditionen der Region. Sie geben Einblicke in die Bedeutung von Bildhauerei und symbolischer Darstellung für die Kultur der Nordwestküste.

3. Neah Bay: Die Menschen nahe den Felsen und Möwen

Der Makah Tribe lebt an der nordwestlichen Spitze der Olympic Peninsula, wo die Küste auf den offenen Pazifik trifft. Die maritime Geschichte des Stammes ist von Fischfang, Walfang und Seefahrt geprägt. Der rund 2,4 Kilometer lange Cape Flattery Trail führt durch das angestammte Gebiet der Makah bis zum nordwestlichsten Punkt der zusammenhängenden Vereinigten Staaten. Für die Wanderung ist eine beim Stamm erworbene Genehmigung erforderlich. Unterwegs eröffnen sich Ausblicke auf steile Klippen, Felsformationen, Meereshöhlen und Tatoosh Island vor der Pazifikküste.

Ein zentraler Anlaufpunkt für Kulturinteressierte ist das Makah Cultural and Research Center, auch als Makah Museum bekannt. Seine Sammlung umfasst archäologische Funde aus Ozette, einem ehemaligen Makah-Dorf, das vor etwa 500 Jahren durch einen Erdrutsch teilweise verschüttet wurde. Die Fundstücke blieben dadurch außergewöhnlich gut erhalten. Zu sehen sind unter anderem historische Gegenstände aus Holz, Flechtarbeiten sowie Nachbildungen von Kanus und einem Langhaus. Die Ausstellung vermittelt so ein anschauliches Bild des Lebens der Makah vor dem intensiven Kontakt mit europäischen Siedlern. Die heute noch lebendige Kultur des Stammes lässt sich bei Festen wie den Makah Days erleben.

4. Shelton: Die Menschen des Wassers

Der Squaxin Island Tribe bezeichnet sich als „People of the Water“. Die Vorfahren des Stammes lebten entlang der sieben südlichsten Meeresarme des Puget Sound. Die Gewässer und ihre Ressourcen prägen die Geschichte und Kultur der Gemeinschaft bis heute. Fischfang, traditionelle Handwerkskunst und die Weitergabe von Wissen über die lokale Natur gehören zu diesem kulturellen Erbe.

Das Squaxin Island Museum Library and Research Center in Shelton vereint Museum, Bibliothek und Forschungszentrum. Die Ausstellungen erzählen die Geschichte des Stammes und seiner Vorfahren. Ein besonderes Augenmerk gilt archäologischen Funden, die Einblicke in das frühere Alltagsleben geben. Dazu zählt auch ein etwa 300 bis 500 Jahre altes Fischernetz aus Zedernrinde, das zusammen mit weiteren Funden an einer historischen Fischereistätte in Mud Bay entdeckt wurde. Die Sammlung macht sichtbar, wie die Menschen die Ressourcen der Küstengewässer nutzten.

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Port of Seattle: Küstenschutz und Emissionsreduzierung

Der Port of Seattle genießt das Privileg, in Gewässern und auf Landflächen tätig zu sein, die seit jeher von den indigenen Stämmen Washingtons geprägt und bewahrt werden. Mit diesen Stämmen bestehen Vereinbarungen zum Schutz historischer Fischereirechte und des Zugangs zu Fischgründen. In Zusammenarbeit mit dem Suquamish Tribe und dem Muckleshoot Indian Tribe setzt sich der Port of Seattle dafür ein, die für das regionale Ökosystem kritischen Lachspopulationen zu schützen. Im Rahmen dieser Maßnahmen wurden an 16 Standorten insgesamt mehr als 12,5 Hektar Lebensräume für Fische und andere Wildtiere wiederhergestellt oder aufgewertet. Über das Projekt Quiet Sound mit Maritime Blue beteiligt sich der Hafen zudem an Maßnahmen zur Verringerung des Unterwasserlärms und der Fahrgeschwindigkeiten. So sollen Meerestiere wie Orcas und Schweinswale vor Störungen geschützt werden.

Um die Salish Sea für künftige Generationen zu bewahren, hat der Port of Seattle außerdem in die Elektrifizierung aller drei Kreuzfahrtliegeplätze investiert. Schiffe, die über die entsprechenden Anschlüsse verfügen, können während ihrer Liegezeit Strom aus dem örtlichen Stromnetz beziehen. Dadurch lassen sich die Dieselabgasemissionen durchschnittlich um 80 Prozent und die CO₂-Emissionen am Liegeplatz um 66 Prozent reduzieren. Ab 2028 müssen alle Schiffe, die Seattle als Basishafen nutzen, für die Landstromversorgung ausgerüstet sein.